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Die Vietnamesen: Zwischen Tradition und Gemeinschaft
Von admin | 7.August 2009
Vietnamesen scheinen glückliche Menschen zu sein und ihr Lächeln ist ansteckend. Auch ihre Freundlichkeit wirkt nie aufgesetzt, sondern ist überzeugend. Sie können aber auch ganz anders sein. Im Straßenverkehr herrscht eine grobe Rücksichtslosigkeit und zur Erhaltung von uralten Familientraditionen wird oft der Grad des Annehmbaren überschritten.
Vietnamesen im Straßenverkehr
Es ist manchmal kaum zu glauben, dass die ansonsten so freundlichen Vietnamesen im Straßenverkehr die reinsten Rüpel sind. Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer sind in Vietnam Fremdworte. Gerade die Zweiradfahrer dominieren den Verkehr auf den Straßen und Fußgänger haben dagegen kaum eine Chance. Nur selten können sie auf die Bürgersteige ausweichen, denn die sicheren Gehwege sind durch Straßenküchen und Händler blockiert. Es gibt zwar Verkehrsregeln, aber an die hält sich niemand. Erst kürzlich wurde die Helmpflicht eingeführt, mit der Hoffnung die Zahl der Verkehrstoten zu mindern. Zur Zeit belegt Vietnam einen der obersten Ränge der Verkehrsunfallopfer-Statistik. Jedes Jahr gibt es über 12 000 Verkehrstote.
Verpflichtungen anderen gegenüber
Grundsätzlich fühlen sich Vietnamesen ihren Mitmenschen gegenüber verpflichtet. Diese Verpflichtungen werden ausgelebt und machen keinen Halt vor sozialen Schichten. Es ist nichts ungewöhnliches, wenn aus Not am Mann ein Universitätsprofessor beim Bewässern der Reisfelder hilft. Hier schein nur wichtig, dass das Gleichgewicht des Allgemeinwohles erhalten bleibt. Egal ob ein Nachbar, ein Freund, ein Kollege oder ein Verwandter Hilfe benötigt, Vietnamesen arbeiten Hand in Hand. Ein gegenseitiges Helfen gehört hier zur Tagesordnung.
Umstrittene Traditionen
Einige Traditionen Vietnams sorgen weltweit für ein schlechtes Image des Landes. Es ist üblich, dass Kinder ihr Leben lang für das Wohlergehen der Eltern verantwortlich sind. Die meisten Familien übertreiben es allerdings etwas mit den Traditionen. Oftmals bestimmen Eltern das gesamte Leben ihrer Kinder und lassen persönliche Freiräume nicht zu. Hält man sich nicht an die familiären Vorgaben, so wird man geächtet. Gerade weibliche Nachkommen sind davon oft betroffen. Die Eltern möchten im Alter gerne im Wohlstand leben und für ihr Berufsleben und ihre Kindererziehung entlohnt werden. Wird ein Mädchen geboren, so wird schon in den ersten Lebensmonaten nach einem zukünftigen Bräutigam gesucht und ein Eheversprechen „ausgehandelt“. Es gibt sogar noch Töchter, die als Jungfrau gegen Bezahlung in reiche Familien einheiraten. Der Druck , der auf den Mädchen und Frauen lastet, ist groß. Noch schlimmer wird es, wenn es noch einen Bruder gibt. Der älteste Sohn hat nämlich in den Familien der Vietnamesen das Sagen. Dieser bestimmt und regiert, leider auch vereinzelt mit brutaler Gewalt.
(Carina Tietz)
Warum weiße Haut in Vietnam als Schönheitsideal gilt und weshalb auf dem Markt Vorsicht geboten ist, lesen Sie in Bemerkenswertes.
Tags:Bräuche Vietnam, Sitten Vietnam, Traditionen Vietnam, VietnamesenTopics: Vietnam | 2 Kommentare »
7.August 2009 at 09:27
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7.August 2009 at 10:38
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